09.08. - Von Hafslo nach Heidal

Auf der Passstraße Sognefjellvegen sollte eigentlich fantastische Aussicht sein, doch es war so enorm nebelig, dass man nichts Entferntes sehen konnte. Extrem schade, da diese Straße der Aussicht wegen hoch gelobt wird. So hätt's aussehen können: Vorbei kamen wir in Richtung Lom an der Elvesæter Sagasøylen, einer Sagensäule im Bøverdalen. Auf 34 Meter Höhe erzählt die im Jahr 1992 errichtete Säule die Geschichte Norwegens beginnend mit Harald, dem ersten König Norwegens im Jahr 872 bis zur ersten Nationalversammlung Riksforsamlingen 1814 in Eidsvoll. Die Darstellungen und Reliefe stammen von Künstler Wilhelm Rasmussen (1879-1965), der sie in den 1920er Jahren schuf. Immer weiter auf den Sognefjellvegen hielten wir an der Sognefjell-Hütte. Für die einen eine kleine Rast mit Speis und Trank, für die anderen trotz windigen und nieseligen Wetters eine Wanderung wert.

In Lom selbst gab es wieder eine Stabkirche zu sehen. Sie wurde verhältnismäßig spät, so um 1160 errichtet und im 17. Jh. zu einer Kreuzkirche umgebaut. Im Mittelalter war die Lomskirche die wichtigste Kirche zwischen Nadaros (Trondheim) und Hamar. Damals, wie heute, war Lom ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Ost und West. Die Kirche ist reich geschmückt mit Akantus-Holzschnitzereien, vielen Votiv-Gaben und einer großen Gemäldesammlung aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Bei den archäologischen Ausgrabungen 1973 wurden viele interessante Funde gemacht, u.a. ein Runenstab mit einem Liebesbrief, sowie Fragmente eines Manuskriptes einer Huldigungsmesse, geschrieben zur Beerdigung von Erzbischof Thomas Beckett. Und nicht zuletzt: Norwegens größte Sammlung alter Münzen aus ganz Europa wurde in der Stabkirche von Lom gefunden. Fast direkt gegenüber befindet sich laut Reiseführerbuch die beste Bäckerei Norwegens. In diese sind wir logischerweise eingekehrt. In der neuen Unterkunft angekommen war es wieder so trocken und warm, dass wir es wagen konnten, draußen zu essen.