13.08. - Friedensnobelpreisträger, Schloss, Friedhof

Mit einer 24-Stunden-ÖPNV-Karte fuhren wir zuerst ins Museum für Nobelpreisträger. Alfred Nobel war Schwede, der im Laufe seines Lebens 350 Patente hatte. Er war z.B. der Erfinder des Dynamits. Er selbst war Naturwissenschaftler, doch war er auch sehr an Literatur interessiert. Er schrieb sogar Geschichten. Bertha von Suttner, erst eine Haushälterin von ihm, lehnte seinen Heiratsantrag ab. Doch sie brachte ihn mit dem Pazifismus bzw. mit der Idee des weltweiten Friedens in Kontakt. Da er keine Frau und auch keine Kinder hatte, hatte er sich etwas Besonderes in seinem Testament überlegt. Er wollte mit seinem Vermögen einen Preis in fünf Kategorien stiften: Medizin oder Physiologie, Chemie, Physik, Literatur und Frieden. Einige Verwandte ließen das Testament unmittelbar nach Bekanntgabe anfechten. Alfred Nobels Assistent Ragnar Sohlmann, den Nobel als Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte, schaffte die in Pariser Banken deponierten Wertpapiere - in Taschen und Koffern teils mit der Eisenbahn - nach Schweden, um eine mögliche Beschlagnahmung zu verhindern. Er erreichte auch, dass das Testament vollzogen wurde. 1901 konnte deshalb der erste Nobelpreis vergeben werden. Da er und von Suttner zeitlebens freundschaftlich verbunden waren, wollte er auch einen Preis für herausragende Leistung in Friedensbemühungen vergeben. Bertha von Suttner erhielt ihn 1905. Zum Eintritt in das Museum bekamen wir einen Aufkleber. Dieser hatte am Anfang noch wenig Sinn ergeben. Am Ende des Besuches aber dafür um so mehr. Denn jeder kann für Frieden in der Welt sorgen. Da braucht es keinen Nelson Mandela oder Martin Luther King zu. Zusammenfassend ein sehr gelungenes Museum. Danach ging es zum Schloss, wo wir pünktlich zur Wachablösung ankamen. Am Schloss gab es keine Absperrung; sehr volksnah. Man konnte es auch besichtigen, wenn man wollte. Wir wollten nicht. Dann flugs zum Friedhof 'Vår Frelsers Gravlund'. Auf ihm liegen u.a. Edward Munch und Henrik Ibsen begraben, ebenso wie Norwegens 1. Ministerpräsident Johan Sverdrup, Henrik Wergeland und seine Schwester Camilla Collett. Und wer kennt ihn nicht, den Maler Pushwagner? Sehr schöner alter Friedhof. Zum Schluss sind wir weiter mit der Straßenbahn zum Botanischen Garten gefahren. Fazit: Es gibt bessere. Abends haben wir zur Feier des letzten Tages ein 4-Gänge-Menü beim Italiener 'Trattoria Popolare' gegenüber unseres Hotels genossen. Das Restaurant können wir jedem empfehlen.